Stark wachsende Geschäftszahlen

Den veröffentlichten Ergebnissen zufolge steigerte Hygon den Neunmonatsumsatz um 57,6 Prozent auf rund 15 Milliarden Yuan und den zurechenbaren Gewinn um 45,1 Prozent. Cambricon verdoppelte den Umsatz auf etwa 9,5 Milliarden Yuan und erhöhte den zurechenbaren Gewinn um 131,5 Prozent. Die Zahlen spiegeln Chinas Nachfrage nach Rechenleistung und die Ersetzung durch heimische Komponenten wider. Allein erlauben sie keinen direkten technischen Vergleich mit den Weltmarktführern.

Warum Kurse trotz höherer Gewinne fallen können

Caixin berichtet, beide Titel lägen mehr als 40 Prozent unter ihren Juli-Hochs. Ein Kurs kann fallen, wenn der Markt bereits noch schnelleres Wachstum eingepreist hatte, die Bewertung hoch ist oder Anleger an dauerhaft hohen Margen zweifeln. Die Forschungsausgaben bleiben erheblich: Hygon verwendete fast 30 Prozent seines Neunmonatsumsatzes für Forschung und Entwicklung, Cambricon etwa 12,9 Prozent. Diese Investitionen können technologische Eigenständigkeit fördern, binden aber Mittel und müssen konkurrenzfähige Produkte hervorbringen.

Eine wirtschaftliche und geopolitische Frage

Technologiebeschränkungen und Industriepolitik beschleunigen den Aufbau eines chinesischen Ökosystems. Das kann Lieferketten, Preise und Exportmärkte verändern. Eigenständigkeit bedeutet jedoch nicht Unabhängigkeit: fortgeschrittene Fertigung, Anlagen und Software bleiben empfindliche Engpässe.

Fazit

China zeigt, dass reales KI-Wachstum eine Börsenkorrektur nicht verhindert. Der Markt unterscheidet nun stärker zwischen Absatz, Qualität der Gewinne und dem Preis, der für erwartetes Wachstum gezahlt wird. Dies ist eine allgemeine Analyse und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.